Ausgabe: Juli-August 2026

Gesichter des Landeskomitees

Begeistert sein

Foto: PRIVAT

Michael Schuch (67 Jahre), Mitglied des Bundesvorstands der Ackermann-Gemeinde, engagiert sich seit April 2025 als Delegierter im Landeskomitee. Ihm liegt besonders am Herzen, dass die Arbeit überregional tätiger kirchlicher Verbände gesehen, gewürdigt und unterstützt wird.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?

Im ehrenamtlichen Engagement kann ich meinen christlich-katholischen Glauben wirksam werden lassen. Gerade wenn man im Laufe der Zeit mehrfach umgezogen ist, kann der Verband, dem man angehört, ein fester Bestandteil des Lebens bleiben. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung gemacht.

Lebendiger Glaube braucht die Gemeinschaft.

Nachdem ich viele Jahre in der Ackermann-Gemeinde und in Pfarrgemeinden tätig war, finde ich es spannend, im Landeskomitee Menschen zu begegnen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen der Kirche aktiv sind.

Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?

Bereits als Jugendlicher habe ich in den Jugendorganisationen der Ackermann-Gemeinde, vor allem in der Jungen Aktion, Themen gefunden, die mich gemeinsam mit Gleichaltrigen und generationenübergreifend angesprochen haben. Dies betraf vor allem die Beschäftigung mit dem ostmitteleuropäischen Raum, seiner Geschichte und den politischen Verhältnissen hinter dem Eisernen Vorhang. Damals war Begegnung nur in begrenztem Rahmen möglich. Wir haben sie unter anderem im Rahmen von Studien- und Begegnungsfahrten gepflegt, soweit dies möglich war, vor allem in die damalige Tschechoslowakei. Mich hat damals der Aspekt der Versöhnung mit unseren tschechischen Nachbarn beeindruckt, der gerade von Menschen vorangebracht wurde, die dort teilweise noch geboren und aufgewachsen sind, bevor sie aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Mittlerweile sind Deutschland und Tschechien gemeinsam Teil der EU, die Grenzen sind durchlässig und Begegnungen jederzeit möglich, wie bei unserem Begegnungstreffen in Pilsen/Plzeň in diesem Jahr. Einige Aufgaben von damals sind weggefallen. Es sind neue Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten hinzugekommen.

Was beschäftigt Sie im Moment?

Die Erfahrungen von Menschen, die unter totalitären Systemen gelebt und gelitten haben, sollten uns daran erinnern, unsere freiheitliche Gesellschaft zu verteidigen, so mangelbehaftet demokratische Strukturen auch sein mögen. Unsere Demokratie wird angegriffen, ebenso wie die Kirche.

Gerade weil sie immer Gott in den Mittelpunkt stellt, wird die Kirche von totalitären Strömungen angegriffen. Die katholische Soziallehre lässt nicht zu, dass Menschen als Mittel zum Zweck missbraucht werden. Somit ist die Schwächung kirchlicher Strukturen auch eine Gefahr für Demokratie, Freiheit und die Würde des Menschen.

Gleichzeitig sorgt die angespannte finanzielle Situation der Kirche für schmerzhafte Kürzungen der finanziellen Mittel für die Verbandsarbeit.

Was wollen Sie bewegen?

Ich möchte dazu beitragen, dass wir als Kirche Menschen, die auf der Suche nach Orientierung sind, unterstützen und als lebendige Gemeinschaft glaubwürdig in unsere Gesellschaft hineinwirken.

Faktenbasierte politische Bildungsarbeit gehört hier meines Erachtens ebenso dazu wie religiöse Einkehr. Und gemeinsames Feiern natürlich auch!

Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil

... sich persönlich in Kirche und Gesellschaft einzubringen sinnstiftend ist. Es ist gleichzeitig ein Beitrag für die Gesellschaft, in der wir leben.


Verfasst von:

Gemeinde Creativ

Das Redaktionsteam