Ausgabe: Mai-Juni 2026

Aus dem Landeskomitee

PGR-Wahl 2026 mit positiven Trends

Fast 24.000 Frauen und Männer in die Gremien in Bayern gewählt

Die Pfarrgemeinderatswahl 2026 setzt ein starkes Signal: Mehr Beteiligung, mehr Engagement und ein deutliches Plus bei der Wahlbeteiligung. Fast 600.000 Gläubige haben ihre Stimme abgegeben – ein Zuwachs, der zeigt, wie lebendig die Kirche an der Basis ist. Formate wie die Online-Wahl und eine gemeinsame bayernweite Kampagne tragen sichtbar Früchte. Die Ergebnisse machen Mut für die kommenden vier Jahre.

 

 

 

 

 

Die Pfarrgemeinderatswahlen am 1. März 2026 haben in den sieben bayerischen (Erz-)Diözesen ein erfreuliches Bild gezeichnet. Bei einem Auszählungsstand von 93 Prozent haben 599.372 Gläubige ihr Wahlrecht genutzt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 14,31 Prozent – rund 1,6 Prozentpunkte mehr als 2022. Insgesamt wurden 23.788 Mitglieder in die neuen Pfarrgemeinderäte gewählt, darunter 16.377 Frauen und 7.411 Männer.

Ein neuer Spitzenreiter sticht hervor: Die Diözese Eichstätt erreicht 23,50 Prozent Wahlbeteiligung und setzt sich damit vor Würzburg (18,74 Prozent) und die Erzdiözese München und Freising (17,03 Prozent). Bemerkenswert ist zudem, dass alle sieben bayerischen Diözesen zweistellige Werte erzielen. Dieser positive Trend könnte unter anderem auf die gemeinsame Kampagne der bayerischen (Erz-)Diözesen mit einem einheitlichen Erscheinungsbild zurückzuführen sein.

Online-Stimmabgabe als neuer Erfolgsfaktor

In zwei (Erz-)Diözesen – München und Freising sowie Eichstätt – konnten die Gläubigen ihre Stimme auch online abgeben. Beide Bistümer verzeichnen deutliche Steigerungen der Wahlbeteiligung: Eichstätt legt um 6,17 Prozentpunkte zu, München und Freising um 4,70 Punkte. Für Christian Gärtner, den Vorsitzenden des Landeskomitees, zeigt dieses Ergebnis klar, „was möglich ist, wenn alle Wahlberechtigten vorab mit einer Wahlbenachrichtigung informiert werden und ein niederschwelliger Zugang zur Stimmabgabe geschaffen wird“.

Auch im Verhältnis von Wählenden zu Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern zeigt sich ein deutlicher Trend: Lag dieser Anteil 2022 noch bei gut 161 Prozent, steigt er nun auf etwa 217 Prozent. Christian Gärtner betont: „Diese Zahl ist beeindruckend – auch weil sie zeigt, dass sich mit guten Angeboten kirchlicherseits noch immer weit mehr Menschen erreichen lassen als im Sonntagsgottesdienst und dass es in den Pfarrgemeinden jede Menge Potential für Engagement gibt, das nur gehoben werden muss.“

Engagement weit über den Gottesdienst hinaus

Christian Gärtner zeigt sich insgesamt zufrieden und dankbar für das Wahlergebnis: „Die Pfarrgemeinderatswahlen haben auch dieses Mal wieder eines deutlich gezeigt: Allein in Bayern gibt es Tausende von Frauen und Männern, denen ihre Kirche vor Ort am Herzen liegt und die bereit sind, viel Zeit und Engagement zu investieren, damit unsere Pfarrgemeinden lebendig bleiben. Ihnen allen ein herzliches Vergelt’s Gott!“

Sein Dank gilt auch den Haupt- und Ehrenamtlichen in den Diözesanräten, die durch ihren monatelangen Einsatz den Erfolg der Wahlen erst ermöglicht hätten. Mit neuem Slogan und frischen Bildern habe die bayernweite Kampagne „Gemeinsam gestalten – gefällt mir“ viele Menschen erreicht und für Aufmerksamkeit gesorgt. „Es ist gut, dass wir mit so einer Kampagne und dem demokratischen, basisbezogenen Element, das die Pfarrgemeinderatswahlen zweifellos in der katholischen Kirche darstellen, ein positives Zeichen setzen können und von der Gesellschaft wahrgenommen werden“, ergänzt Christian Gärtner. „In einer Zeit, in der politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und innerkirchlich die Herausforderungen groß sind, sind solche positiven Ausrufezeichen wichtig.“

35.000 Menschen gestalten Kirche vor Ort

Im Zuge der Konstituierungen der Pfarrgemeinderäte werden voraussichtlich mehrere tausend Personen hinzuberufen. Sie sollen eine noch breitere Themenpalette und einen erweiterten Adressatenkreis im Pfarrgemeinderat vertreten – von Jugendlichen über Senioren bis hin zu jungen Familien oder Neuzugezogenen, ebenso aus den Bereichen Liturgie, Soziales oder Bildung.

Mit den Hinzuberufenen werden in ganz Bayern etwa 35.000 Ehren- und Hauptamtliche das kirchliche Leben in den kommenden vier Jahren gestalten. In Arbeitsgruppen, Sachausschüssen und Projektteams werden sie gesellschaftspolitische und innerkirchliche Fragestellungen aufgreifen und weiterentwickeln. Ihr Engagement bildet das Fundament dafür, dass Pfarrgemeinden lebendig bleiben und Kirche vor Ort erfahrbar wird.

Den neu gewählten Pfarrgemeinderatsmitgliedern wünscht Christian Gärtner „viel Freude bei Ihren neuen Aufgaben, gute Ideen für die Weiterentwicklung unserer Gemeinden, zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer vor Ort, den Mut, alte Zöpfe auch einmal abzuschneiden, den manchmal nötigen langen Atem und natürlich Gottes Segen für all Ihr Tun“.

Alle bayernweiten Ergebnisse im Überblick auch unter www.landeskomitee.de. 


Verfasst von:

Alexandra Hofstätter und Hannes Bräutigam

Landeskomitee der Katholiken in Bayern