Ausgabe: Mai-Juni 2026

Gesichter des Landeskomitees

Begeistert sein

Kirchliches Engagement hat viele Gesichter

Foto: Michael Koch

Gerlinde Martin (64 Jahre) engagiert sich seit mehr als 30 Jahren im kirchlichen und kommunalpolitischen Bereich als Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin gerade für den sozialen Bereich und als Landesvorsitzende des Familienbundes der Katholiken in Bayern seit 2005 im Landeskomitee. Ihr liegt besonders am Herzen, dass Familien gestärkt werden (Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren) und gute Voraussetzungen in Iihrem Lebensumfeld haben.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?

Weil mir die Werte wichtig sind. Ich war 28 Jahre Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in meiner Heimatgemeinde Obervolkach und 16 Jahre Vorsitzende im Dekanatsrat. Mehr als 24 Jahre war ich auch im Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg. Seit 1995 bin ich im Familienbund der Katholiken tätig und war bis 2014 stellvertretende Landesvorsitzende. Seit 2014 bin ich Landesvorsitzende des Familienbundes der Katholiken in Bayern. Mir ist es sehr wichtig, eine Stimme für die Familien zu sein. Mein Motto: „Politik mit Herz für die Menschen“.

Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?

Ich habe 3 Kinder und inzwischen 5 Enkelkinder. Schon als meine Kinder im Kindergarten waren, habe ich mich dort im Elternbeirat engagiert. Ich wurde dann 1990 gefragt, ob ich für den Pfarrgemeinderat kandidieren würde und wurde dann gleich Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Ebenso bin ich seit 1996 Stadträtin in meiner Heimatgemeinde Volkach, Kreisrätin seit 2002 und seit 2018 Bezirksrätin für die Christlich Soziale Union (CSU).

Seit November 2023 bin ich Behindertenbeauftragte des Bezirks Unterfranken. Ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft wichtiger denn je. Ohne Ehrenamt wäre vieles nicht leistbar. 

Was beschäftigt Sie im Moment?

Die Abschaffung des Kinderstartgeldes in Bayern. Es war zwar eine freiwillige Leistung an die Familien, die den Familien aber sehr gut getan hat und auf die sich die Familien verlassen haben. Ein großes Problem ist auch die schwierige finanzielle Situation auf allen Ebenen. Manche freiwillige Leistungen werden in Zukunft nicht mehr machbar sein. Die Menschen brauchen aber trotzdem Hilfe und Unterstützung.

Wir appellieren an die Bundes- und Landesebene, hier auskömmlich zu finanzieren. Stärkung und Unterstützung für die Familien. Familienstützpunkte erhalten und ausbauen. Präventive Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche.

Gerade auch im Bereich der Hilfe für Menschen mit Behinderung müssen wir Sicherheit und Stütze geben.

Was wollen Sie bewegen?

Wir wollen mehr Lobby für die Familien erreichen. Familien sind unsere Zukunft, deshalb müssen wir diese unterstützen und den notwendigen Halt und die notwendige Hilfe geben, die sie brauchen. Manche mehr – manche weniger.

Mein großes Vorbild ist unsere frühere Landtagspräsidentin und Familienministerin Barbara Stamm aus Würzburg. Sie hat sich gerade für die Schwachen eingesetzt. Vier Wochen vor ihrem Tod habe ich sie noch beim Sommerkabarett in Volkach getroffen. Sie war von ihrer Krankheit gezeichnet und sagte zu mir: „Gerlinde, bitte kümmere dich auch weiterhin um die Schwachen in der Gesellschaft.“ Das ist mir Aufgabe und Verpflichtung.

Kirchliches Engagement hat Zukunft…

… weil der Glaube stark macht und den Menschen Halt gibt.


Verfasst von:

Gemeinde Creativ

Das Redaktionsteam