20. April 2026
Präsidium im Gespräch mit Staatsministerin Ulrike Scharf
Am 15. April 2026 kam das Präsidium des Landeskomitees der Katholiken in Bayern im Bayerischen Landtag mit Sozialministerin Ulrike Scharf zusammen. Im Zentrum des intensiven Austauschs standen die Weiterentwicklung der bayerischen Kita-Landschaft, die Integration durch Arbeit sowie die soziale Verantwortung der Kirche.
Der Vorsitzende Christian Gärtner betonte eingangs die Bedeutung des Dialogs, während Ministerin Scharf das Landeskomitee als wertvollen Impulsgeber an der Schnittstelle von Kirche und Politik würdigte. Ein Schwerpunkt des Gesprächs war das neue Gewalthilfegesetz: Ab 2032 sollen betroffene Frauen einen Rechtsanspruch auf Hilfe haben – ein Ziel, das Staat und kirchliche Träger gemeinsam durch den Ausbau von Schutzräumen verfolgen. Auch im Bereich der frühkindlichen Bildung wurde die tragende Rolle kirchlicher Träger hervorgehoben. in vielen Kooperationen sollen die Verstetigung der Sprachförderung und die Reform der Kinderpflegeausbildung vorangetrieben werden.
Ein wesentlicher Teil des Gesprächs widmete sich der Integrationspolitik. Angesichts des enormen Engagements von mehr als fünf Millionen Ehrenamtlichen in Bayern erläuterte Ministerin Scharf, wie die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse durch Digitalisierung und das „Fast-Lane“-Verfahren bereits deutlich beschleunigt wurde. Kritisch diskutiert wurde zudem die Wohnraumknappheit: Hier wurde erörtert, wie kirchliche Flächen und Leerstände künftig besser für soziale Zwecke genutzt werden können, sofern rechtliche Hürden im Bau- und Stiftungsrecht abgebaut würden.
Abschließend kam die konsequente Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zur Sprache. Das Landeskomitee bekräftigte den Weg der engen Kooperation mit den Staatsanwaltschaften und die Notwendigkeit einer klaren Kommunikation über die Zuständigkeiten. Das Gespräch endete mit dem gemeinsamen Ziel, den Austausch über diese drängenden gesellschaftlichen Fragen kontinuierlich fortzusetzen.