• Joachim Unterländer an Spitze des Landeskomitees gewählt


    Vertreter der katholischen Laien in Bayern bestimmen Präsidium für die neue Amtsperiode. Joachim Unterländer, CSU-Landtagsabgeordneter und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion, ist der neue Vorsitzende. Neben den drei gleichberechtigten Stellvertretern wurden auch zehn Verbändevertreter in den Geschäftsführenden Ausschuss gewählt mehr...

  • "Lebensschutz wird von der politisch Rechten instrumentalisiert“

    Der scheidende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, hat Katholiken davor gewarnt, „der Versuchung rechter Ansichten zu erliegen“. So werde etwa der „Lebensschutz von der politisch Rechten instrumentalisiert, ohne dass ein konkretes Konzept von Hilfe erkennbar ist“ mehr...


  • Arbeitshilfe des Landeskomitees zum Thema Barrierefreiheit

    Wie Inklusion in den Pfarrgemeinden gelingen kann, legt Heft 10 in der Reihe „Pro Praxis“ dar. Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern hat eine Arbeitshilfe zum Thema barrierefreie Pfarrgemeinden herausgegeben. mehr...


  • Landeskomitee fordert "echte Wahlfreiheit" für Eltern

    Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern fordert in einer Erklärung des Präsidiums gesellschaftspolitische Schritte, „um zu einer echten Wahlfreiheit für Eltern zu kommen, sich für eine Kombination aus Familien- und Erwerbstätigkeit oder für die ausschließliche Kindererziehung entscheiden zu können“. mehr...

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Pressemitteilungen - 26. November 2016 - 2

„Schatz der Demokratie neu entdecken“
Landeskomitee fordert mehr Chancengerechtigkeit, politische Bildung, Medienethik und Engagement

Würzburg, 26. November 2016. Angesichts des Glaubwürdigkeitsverlusts von gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen, der „zum Teil bedrohliche Ausmaße“ annehme, ruft das Landeskomitee der Katholiken in Bayern dazu auf, den „Schatz der Demokratie“ neu zu entdecken. Dazu bedürfe es einer Stärkung der sozioökonomischen Chancengerechtigkeit, der unbedingten Achtung der Menschenwürde jedes Einzelnen, eines auf ein „Weltgemeinwohl“ gerichteten Engagements, einer differenzierten Debattenkultur, die Qualitätsmedien und den verantwortungsbewussten Umgang mit sozialen Netzwerken voraussetze, mehr politischer Bildung sowie aktiver Beteiligung an demokratischen Prozessen – so lauten die Forderungen in einer vom Landeskomitee zum Abschluss seiner Herbstvollversammlung am Samstag, 26. November, in Würzburg verabschiedeten Stellungnahme.

Die „zunehmenden Einkommens- und Vermögensungleichheiten verschärfen die Spannungen zwischen wirtschaftlich Schwachen und Starken, Erben und Nichterben, Jungen und Alten, Familien und Kinderlosen, Erwerbstätigen und Erwerbslosen“, beklagen die Mitglieder des höchsten katholischen Laiengremiums in Bayern. Vor diesem Hintergrund werde „die Armutsbekämpfung bei wirtschaftlich Leistungsschwachen dringlicher“, es gelte, „Zugangs- und Nutzungschancen von Wohlstand und sozialer Sicherung für alle“ und eine „gerechte Mitgestaltung auch für sozial und wirtschaftlich Benachteiligte“ zu gewährleisten.

Die weltweiten Migrationsbewegungen lenken nach Ansicht des Landeskomitees den Blick neu auf das „Versprechen gleicher Achtung jedes Menschen, ob schwach, ob stark, ob vertraut oder fremd“. Es handle sich dabei um ein Versprechen, das „im Zentrum der Verpflichtung unseres Gemeinwesens auf die Wahrung der Menschenwürde jedes Einzelnen, des christlichen Glaubens und der Demokratie“ stehe. Dazu gehöre „die Akzeptanz eines Anders-Seins – trotz des Ziels, in einem als gemeinsam empfundenen Kultur- und Wertesystem zu leben“. Anzustreben sei deshalb „ein aktives Eintreten für eine demokratische Grundüberzeugung in Parteien, Kirchen, Verbänden und anderen Gruppierungen“.

Darüber hinaus reicht es nach Ansicht der katholischen Laien in Bayern nicht aus, das Gemeinwohl nur innerhalb der Grenzen des Nationalstaates zu denken, vielmehr müsse es „über alle Grenzen hinweg den Demokratien gelingen, ihre Verantwortung für das gemeinsame Haus im Sinn des Weltgemeinwohls wahrzunehmen“. Dazu zähle der internationale Umweltschutz wie auch der Einsatz für weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohn.

In ihrer Stellungnahme kritisieren die Mitglieder des Landeskomitees zudem, dass so genannte soziale Netzwerke „häufig nur Teilöffentlichkeiten mit selektiver Wahrnehmung“ schaffen würden oder die Grundlage bildeten „für sich selbst bestätigende Plattformen radikaler und hasserfüllter Minderheiten“. Dem müsse mit der Stärkung von Qualitätsmedien und einer Selbstverpflichtung sozialer Netzwerke begegnet werden, gegen Aufrufe zu Hass und Gewalt im Netz vorzugehen. Um die Demokratie zu stärken, müsse zudem die politische Bildung gefördert werden. Deren Grundlage wird nach Ansicht der Landeskomitee-Mitglieder in der Schule gelegt: „Damit politische Bildung nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, muss definiert werden, was innerhalb eines fächerzentrierten Schulunterrichts die einzelnen Fächer dazu beizutragen haben.“ Schließlich gehört zur Überzeugung der katholischen Laien, dass sich „Christen aktiv an den gesellschaftlichen Diskussionen und demokratischen Prozessen beteiligen und die Entscheidungen mitgestalten sollen“. (ck)