3. Februar 2012

Zeitgeschichtliches Dokument aus der Hand Václav Havels

Zeitschrift des Landeskomitees veröffentlicht Notiz...mehr



12. November 2011

"Zusammenarbeit mit Kirche liegt in Interesse des Staates"

Podiumsdiskussion zum Staat-Kirche-Verhältnis in Prag...mehr



11. November 2011

"Mit der säkularen Welt in Dialog treten"

Kirche hat "Mehrwert" anzubieten...mehr


26. Juli 2011

Bildungserklärung an Spaenle überreicht

Gespräch über Neugestaltung der bayerischen Lehrpläne...mehr

25. Juli 2011

Gesellschaftspolitisches Forum gestartet

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4. Juli 2011

Katholikentag 2014 in Regensburg

Schmid dankt Bischof Müller für Bereitschaft, Gastgeber zu sein...mehr

Pressemitteilung - 2. April 2011-1
„Wir brauchen eine Werteorientierung in der Außenpolitik“
Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken für gleiche Maßstäbe in Innen- und Außenpolitik: Albert Schmid fordert gesamteuropäisches Engagement für Flüchtlinge

Passau, 2. April 2011. Eine stärkere Werteorientierung in der Außenpolitik hat der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, am Samstag, 2. April, in Passau auf der Frühjahrsvollversammlung der Katholiken in Bayern angemahnt. Mit Blick auf den Libyenkonflikt sagte Schmid: „Die strikte Unterscheidung zwischen Außen- und Innenpolitik ist in einer globalen Welt überholt.“ Es dürften keine unterschiedlichen Maßstäbe in der Innenpolitik einerseits und der Außenpolitik andererseits gelten: „Es ist kein Ruhmesblatt für Europa, die neuen Flüchtlingsströme in die Hände von Berlusconi und Gaddafi zu legen.“ Im Sinne einer „Weltinnenpolitik“ müsse das Schicksal der Flüchtlinge ein Anliegen aller europäischen Staaten sein.

Auch die aktuellen innenpolitischen Debatten, etwa um die Atomenergie oder die Präimplantationsdiagnostik, bedürften eines breiteren ethischen Kontextes. Die so genannte Wissenschaftsgläubigkeit „kann nicht ohne ethisches Korrektiv bleiben“, sagte Schmid in seinem Bericht vor den Mitgliedern der Vollversammlung. Ausgehend von der ethischen Grundfrage „Darf man, was man kann?“ gehe es darum, einen Zusammenhang zwischen Naturwissenschaften, Theologie und Moral zu vermitteln.

Die Islamdebatte wertete Schmid als Chance, Religion gesellschaftlich wieder stärker ins Gespräch zu bringen, und als Möglichkeit, „Religion nicht auf etwas Privates zu reduzieren“. Eine notwendige interreligiöse Kommunikation verlange vor allem eine „sehr präzise Selbstverortung“. In diesem Zusammenhang lobte Schmid die „gesunde Laizität“ in Deutschland im Gegensatz zur aggressiven Laizität in Frankreich: „Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit dem partnerschaftlichen Verhältnis von Staat und Kirche.“ Schmid kündigte die Gründung eines „gesellschaftspolitischen Clubs“ an, mit dem das Landeskomitee über den Kontakt mit Politikern, von Europaabgeordneten bis zum Kommunalpolitiker, „in die Gesellschaft hineinwirken“ wolle.

Erneut kritisch äußerte sich Schmid zur Ausrichtung des Zukunftsrats der Bayerischen Staatsregierung, der derzeit eine Vernetzung von Städten zu Leistungszentren ausgerichtet auf München favorisiere. „Wir legen größten Wert darauf, dass jeder Teilraum seine Aufwertung erfährt“, so Schmid: „Man muss auf die endogenen Kräfte in der Vielfalt unserer Regionen setzen.“ Zudem plädierte Schmid für eine Weiterentwicklung von Kriterien für ein Familien- oder Ehegatten-Splitting, das der Vielfalt gegenwärtiger Familienmodelle gerecht werde. Der entsprechende Sachausschuss des Landeskomitees erarbeite derzeit ein Konzept, „das kein Familienmodell ins Unrecht setzt“. Mit einer familienfreundlichen Steuerpolitik gelte es, von einer reinen Objekt- hin auch zu einer Subjektförderung in der Familienpolitik zu kommen. Es gelte, nicht nur Betreuungseinrichtungen, sondern vor allem auch Menschen zu fördern.

Angesichts der hohen Kirchenaustrittszahlen im vergangen Jahr verlangte Schmid, im Sinne einer „pastoralen Nachsorge“ auf jene zuzugehen, die sich für einen Austritt entschieden haben, und nach den Gründen zu fragen. Möglichen Enttäuschungen müsse man mit seelsorglichen Konzepten begegnen und damit versuchen, Vertrauen zurückzugewinnen.

Zur innerkirchlichen Diskussion erklärte Schmid: „Meine persönliche Meinung ist: Wir haben es mit einer zunehmenden Gottvergessenheit zu tun, mit einer Glaubenskrise.“ Von einzelnen Äußerungen abgesehen sieht Schmid die Kirche nicht von einem militanten Atheismus bedroht, sondern vielmehr von einer Gleichgültigkeit, einer „Glaubensverdunstung“. In der aktuellen Debatte mahnt Schmid eine genauere Unterscheidung an: „Wir brauchen sehr viel sorgfältigere Differenzierungen: In einem Satz Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene abzuhandeln, wird beiden Personengruppen nicht gerecht.“ Das gleiche gelte für Fragen der Liturgie, die differenzierter behandelt werden müssten. Die Gespräche müssten vor allem mit „Respekt, mit gegenseitigem Vertrauen und in Vertraulichkeit“ geführt werden. (ck/kbr)