27. August 2010

Landeskomitee trauert um Ermin Brießmann

Früherer Vorsitzender der katholischen Laien mit 74 Jahren verstorben...mehr

 

 


7. Juli 2010

Nachhaltigkeit als Pfeiler wirtschaftlichen Handelns

Vergabehandbuch für Erzdiözese München und Freising angekündigt...mehr

 

 


28. Juni 2010

Präsidium des Landeskomitees trifft Ministerpräsident Seehofer

Übereinstimmung in ethischen und gesellschaftspolitischen Fragen...mehr

 

 


21. Juni 2010

Aufforderung zu persönlichen Gesprächen

Erklärung des Vorsitzenden Albert Schmid zu den gegenwärtigen Vorgängen im Bistum Augsburg...mehr

 


14. Juni 2010

Landeskomitee der Katholiken kritisiert Sparpaket

Vorsitzender Schmid: Bedürftige werden zu Bittstellern für zustehende Ansprüche...mehr

 


23. März 2010

Einladung zum Ökumenischen Kirchentag in München

Landeskomitee der Katholiken fordert zur Teilnahme auf...mehr

 


Pressemitteilung - 5. März 2010 / 2
Christen müssen Arme, Kranke und Schwache im Blick behalten
Landeskomitee der Katholiken in Bayern diskutiert christlich gelebte Werte
Professor Hans Maier: Christentum ist Aufforderung zur Hinwendung zum Menschen

Eichstätt, 5. März 2010.       Mit einer neuen Initiative zu christlich gelebten Werten will sich das Landeskomitee der Katholiken in Bayern in die gesellschaftliche Wertediskussion einbringen. Die Frühjahrsvollversammlung des Laiengremiums, die am 5. und 6. März in Eichstätt tagte, beschäftigte sich mit den Grundlagen des christlichen Menschenbildes und den daraus resultierenden Werten. Christen müssten immer auch die Unmündigen, Behinderten und Bedürftigen im Blick behalten und sich nicht biologistischen Fortschritts- und Allmachtsträumen hingeben, sagte Professor Hans Maier, emeritierter Ordinarius für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Universität München.

Das Christentum habe – im Gegensatz etwa zur griechischen Antike und den modernen Kritikern des Christentums wie Friedrich Nietzsche – gelehrt, Arme, Kranke und Schwache nicht als Gefahr für die Höherentwicklung der Menschheit zu sehen, sondern sie als Aufforderung zur Solidarität, zur mitmenschlichen Hilfe zu begreifen, sagte Maier. „Das Christentum hat ein Gefühl für die Würde aller Menschen entwickelt. Darauf beruht unser Rechtsstaat, unser Sozial- und Kulturstaat bis zum heutigen Tag.“ Sich dieses Ursprungs der Werte und der Botschaft des Evangeliums bewusst zu werden, sich in Verbindung mit Gott bedingungslos dem Menschen zuzuwenden, gerade darin läge die Chance, als zukunftsweisender Lebensentwurf wahrgenommen zu werden. „Die Menschenwürde droht heute zu einem Gut unter Gütern zu werden, das gegen andere Güter abgewogen auf aufgerechnet wird.“

Gerade in der Schule müssten sich Lehrer und Erzieher der Werte bewusst werden und diese auch vorleben, sagte Schwester Josefa Thusbaß, Missionsdominikanerin und Leiterin der Mädchenrealschule St. Immaculata der Erzdiözese München und Freising. In einer kirchlichen Schule sei es unverzichtbar, dass die Lehrkräfte auf dieser Basis gemeinsam einen Wertekonsens erarbeiten. Wenn in einem Lehrerkollegium die Interessen und Fähigkeiten des Einzelnen zum Tragen kommen, werde die Wertevermittlung positiv in Gang gesetzt, so Sr. Josefa Thusbaß. „Dem Einfluss einer begeisterten Lehrerin oder Lehrers kann sich eine Schülerin oder Schüler kaum entziehen.“

In der Wertevermittlung an die jüngere Generation komme den Eltern eine herausragende Rolle zu, sagte der Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken in Bayern, Professor Johannes Schröter. Papst Johannes Paul II. habe in seinem Brief an die Familien betont, dass „die Kirche vor allem durch die Familien“ erziehen möchte. Dies unterstreiche auch eine Umfrage unter Kindern aus dem Jahr 2006. Danach sahen über 90 Prozent der Kinder die Eltern als ihre Wertevermittler an, während Kirchen, Medien und Politiker weit unter 20 Prozent lagen.

Gefängnisseelsorger Pfarrer Edwin Erhard schilderte seine Erfahrungen bei der Wertevermittlung in der Justizvollzugsanstalt Würzburg: „Der wichtigste Wert im Gefängnis ist die Freiheit!“ Für einen Gefangenen bestehe Freiheit zum Beispiel darin, reden zu dürfen. Diese könne dann die Brücke zur Wahrheit werden. Im Gespräch mit dem Seelsorger könne der Gefangene seinen Weg zu sich selbst finden. „Draußen“ sei er seinen Problemen oft genug fortgelaufen, nun habe er die Chance, liebevoll und realistisch mit sich selber umzugehen. Mitten in der Abgründigkeit des Strafvollzugs suchten die Menschen nach Werten. Gerade dort sei der Wert der Vergebung besonders wichtig. „Auch wer viel Böses getan hat, besteht nicht aus seinen Straftaten allein. Er hat auch Gutes, das seinen Wert behält“, so Erhard. Menschen brauchten Werte und keine Ideologien, sie brauchten Liebe und keinen Druck, vor allem aber bräuchten sie die Erfahrung ihres eigenen Wertes. Es sei Aufgabe der Kirche, den Menschen die Ehrfurcht vor Gott und die Achtung des Menschen vorzuleben. (tu)